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Musterteile SOB Traverso Spur N

Vier Wochen sind seit der Plattform der Kleinserie in Bauma vergangen. In diesen vier Wochen haben wir weiter Fertigungsmethoden getestet und Musterteile erstellt. Doch eines nach dem anderen.

Bild Stand meaTEC in Bauma
Stand der meaTEC an der Plattform der Kleinserie 2018

Mit diesem Stand waren wir an der Plattform der Kleinserie vertreten. Wobei Stand fast etwas hoch gegriffen ist, war es doch kaum mehr als ein Tisch mit „Ausstellungsdekoration“. Neben den ersten Teilen für den SOB-Traverso in Spur N haben wir zwei Referenzprojekte ausgestellt. Auf der linken Seite war eine Auswahl an Bauteilen für das Dampfatelier„Am km 103,455“ von Markus Feigenwinter ausgestellt. Das entsprechende Referenzprojekt „Standard-Bauteile“ finden Sie auch auf unserer Referenzliste. Auf der rechten Seite war das Drehgestellt „CMF-2“ ausgestellt, welches wir für eine Privatperson fertigen. Beide Projekte stehen beispielhaft für Projekte unterschiedlicher Art, welche wir für gewerbliche Kunden und Privatpersonen machen dürfen.

Teile Traverso in Spur N
Ausstellung der ersten Musterteile in Bauma

Das sind die Teile, wie wir sie in Bauma ausgestellt haben. Es ist zwei Mal der Wagenkasten von Wagen „E“ und das dazu passende Untergestell mit rudimentärer Inneneinrichtung. Die Teile sind aus Aluminium aus dem Vollen gefräst, der matte Wagenkasten wurde zusätzlich sandgestrahlt. Wir waren mit den Teilen weitgehend zufrieden, einzig die Dachblende ist noch nicht ganz so, wie wir uns das vorstellen. Für ein hochpreisiges Kleinserienmodell muss nach unserem Verständnis bezüglich Detaillierung etwas mehr möglich sein. Eine erste Alternative haben wir in Form der langen Messinggussteile bereits ausgestellt. Die langen Teile sind nichts anderes als die Dachblende für die ganze Wagenlänge, welche auf die Wagenkästen aufgesteckt werden können.

Wagenkasten "C" gedruckt (links)
Wagenkasten“C“ als 3D-Druck (links)

Auf der Suche nach der für uns optimalen Produktionsmethode haben wir auch den 3D-Druck ausprobiert. Der Druck in Kunststoff steht für dieses Modell ausser Diskussion, da wir ein hochwertiges Metallmodell anstreben. Auf dem Bild links ist der Wagenkasten von Wagen „C“ als 3D-Druckmodell in Aluminium sichtbar. Viele Details wie die Dachblende lassen sich gut darstellen, dafür „verschwimmen“ andere Details. Trotz Sandstrahlen ist die Oberfläche jedoch weit von unseren Vorstellungen der Oberflächenqualität für ein Eisenbahnmodell entfern. Damit scheidet diese Produktionsmethode aus.

Wagenkasten "C" mit Dachblende und Panto
Wagenkasten „C“ mit Dachblenden und Stromabnehmer

Die bereits angetönte Variante mit aufgesteckten Dachblenden wird voraussichtlich für unser Modell übernommen. Bereits in einer ersten Umsetzung passen die Teile erfreulich gut und geben ein stimmiges Bild ab. Einzig in der Längenausdehnung muss noch eine Feinabstimmung stattfinden, so dass die Dachblenden auch wirklich gleich lang sind wie der Wagenkasten. Auch für die weiteren Dachaufbauten laufen die Konstruktion und das Testen der verschiedenen Produktionsmethoden. Auch hier schneidet der 3D-Druck schlechter ab als die Herstellung als Gussteil in Messing. Und wenn es um Gitterstrukturen geht, ist die Ätztechnik unschlagbar. Hier gilt es, im Spannungsfeld zwischen Feinheit bzw. Detailtreue und rationeller Fertigung den für uns richtigen Weg zu finden. Der aufgesetzte Stromabnehmer entstammt dem Sommerfeldt-Sortiment und passt erfreulich gut. Einzig die Farbgebung muss für diese Fahrzeuge „helvetisiert“ werden.

Vier Traverso-Zwischenwagen als Produktionsmuster unterschiedlicher Herstellung.

Das sind nochmals im Überblick die vier Produktionsmuster bzw. Wagenkasten. In der hinteren Reihe links der Wagen „C“, rechts der Wagen „E“, jeweils ohne Sandstrahlen. Der Wagen „C“ mit der aufgesteckten Dachblende, der Wagen „E“ mit angefräster Dachblende.

In der vorderen Reihe ebenfalls links der Wagen „C“, rechts der Wagen „E“. Der Wagen „C“ entstammt dem 3D-Druck, der Wagen „E“ ist gefräst, beide sind sandgestrahlt. Der Unterschied in der Oberflächenqualität ist hier deutlich sichtbar.

Fundierte Kenner des Traverso werden den Fehler im Foto bereits gefunden haben: Im Original steht der Wagen „C“ jeweils anders rum zum Wagen „E“, das Ende mit dem Stromabnehmer grenzt an den Wagen „B“ und das andere Ende an den Wagen „E“. Doch das ist auch uns erst beim Betrachten der Fotos aufgefallen. Wer es nicht gemerkt hat, ist in guter Gesellschaft (zumindest mit uns).

Plattform der Kleinserie

In einer knappen Woche ist es soweit, die Plattform der Kleinserie öffnet ihre Tore. Bereits Anfang dieser Woche haben wir im Eisenbahn Amateur 10/2018 das Geheimnis gelüftet, unser erstes Modell wird der Traverso der Schweizerischen Südostbahn AG. Dieses Fahrzeug, von der SOB als Nachfolgerfahrzeug für den aktuellen Voralpen-Express konzipiert, wird in ein paar Jahren in weiten Teilen der Deutschschweiz unterwegs sein. Neben dem Voralpen-Express wird auch die Gotthard-Bergstrecke mit den Zulaufstrecken ab Basel und Zürich sowie die Ost-West-Achse Chur – Zürich – Olten – Burgdorf – Bern zum Einsatzgebiet gehören. Auffallen wird das Fahrzeug auf jeden Fall, ist doch die kupferne Grundfarbe ungewöhnlich für ein Schweizer Schienenfahrzeug.

RABe 526 102-202 Traverso der SOB bei Erlen TG / Foto by Andreas Gerber
RABe 526 102-202 Traverso der SOB bei Erlen TG / Foto by Andreas Gerber

Vor einem Jahr haben wir den Entschluss gefasst, dieses Fahrzeug im Modell umzusetzen. Und, das ist vielleicht etwas ungewöhnlich, zuerst in der Baugrösse N und erst als zweites in der Baugrösse H0. Gleichzeitig werden wir auch die kürzere S-Bahn-Variante mit Silber als Grundfarbe realisieren. Da beide Varianten auf der gleichen Fahrzeugfamilie basieren und in Zukunft auch zusammen eingesetzt werden (z. B. für die Verstärkung des Voralpen-Express), bietet sich die gemeinsame Realisierung im Modell richtiggehend an.

RABe 526 002 der SOB bei Schindellegi SZ / Foto meaTEC
RABe 526 002 bei Schindellegi SZ / Foto meaTEC

Seit Ende März dieses Jahres sind wir im Besitz eines umfangreichen Datensatzes dieser Fahrzeugfamilie. Gleichzeitig hatten wir die Chance, die bis dahin gefertigten Teile der Fahrzeuge bei Stadler in Bussnang zu besichtigen. Seither haben wir viel Zeit und Energie in die Konstruktion investiert. Ein kleiner Einblick in die angestrebte Detaillierung kann der Blick auf die Dächer der Traverso-Wagen C, E und G geben. Allerdings ist der Wagen C (links mit Sockel für den Stromabnehmer) bei weitem noch nicht vollständig. Und auch im Bereich der Drehgestelle wartet noch viel Konstruktionsarbeit.

CAD-Render Traverso in Spur N / meaTEC Stand September 2018
CAD-Render Traverso in Spur N / Stand September 2018

Zur Zeit sind wir dabei, die ersten konstruierten Teile aus der virtuellen Welt in handfeste Teile zu überführen. Wir sind selber gespannt und teilweise überrascht, was die Spezialisten in ihren jeweiligen Produktionsmethoden hinkriegen. In diesem Sinne laden wir Sie ein, bei uns am Stand an der Plattform der Kleinserie vorbei zu kommen und zu staunen, was heute möglich ist. Und danach regelmässig hier vorbei zu schauen. Wir werden diesen Blog nutzen, um über den jeweils aktuellen Stand zu informieren und auch immer mal wieder Bilder der neu gefertigten Teile einzustellen. Vorerst ist an dieser Stelle der Flyer/Postkarte zu den geplanten SOB-Fahrzeugen zu finden.

Zwei Fragen können wir heute noch nicht beantworten: wir wissen noch nicht, was unsere Modelle schlussendlich kosten werden. Und auch nicht, wann die ersten ausgeliefert werden. Dazu sind noch zu viele Fragen offen. Entsprechend nehmen wir auch noch keine Bestellungen entgegen. Wenn Sie an einem Traverso im Modell interessiert sind, verraten Sie uns doch Ihre Koordinaten. Wir werden Sie informieren, wenn wir kurz vor der Auslieferung der ersten Modelle stehen. Erst dann erwarten wir auch eine verbindliche Entscheidung, ob Sie ein Modell von uns wollen oder nicht. Und bis dahin: Vorfreude ist doch eine der schönsten Formen von Freude, nicht?